Köln Friedhof

Die Friedhöfe in Köln

In Köln und Umgebung gibt es fünfundfünfzig Friedhöfe. Das erscheint sehr viel, aber Köln ist seit 2010 eine Millionenstadt, und es ist eine Stadt mit einer sehr langen Geschichte von etwa 2000 Jahren. Im Verlauf der Zeit mussten die älteren Friedhöfe mehrfach durch neue Anlagen entlastet werden, um dem Bedarf gerecht zu werden.

Friedhofs-Parkanlagen als grüne Lungen in Köln

Stille Freude kann aus der Abgeschiedenheit eines Friedhofes erwachsen, und die zum Teil wunderschönen Parkanlagen stimulieren Herz und Gemüt. Daraus entsteht ein Trost mitten im Prozess des Abschieds, denn Friedhöfe sind nicht nur Stätten des Vergehens, sondern auch Orte des Lebens. Friedhöfe bieten Ruhe selbst in der Hektik einer Großstadt und Abstand vom Stress unserer Tage. Die Parkanlagen sind außerdem grüne Lungen in einer Stadt, die zum Wandern und Entdecken einladen.

Dafür sei der Friedhof Köln Deutz ein Beispiel:
Deutz, Rolshover Kirchweg, 51105 Köln
Mit fast fünf Hektar Fläche und 14.600 Grabstellen, präsentiert sich der Deutzer Friedhof, der im Mai 1896 den alten Friedhof ablöste. Besonders hervorzuheben sind die folgenden Grabstellen und Sehenswürdigkeiten, neben vielen anderen:
Zunächst ist da das Eingangsrondell mit der granitenen Grabstätte Stülen zu nennen, in dessen mittlerer Nische ein auferstandener Christus mit weit ausgebreiteten Armen den Menschen die Auferstehung zusagt. Die Grabstätte Sünner, ein Wandgrab mit Dreiecksgiebel, liegt vor dem Rondell. Die Grabstätte Geheimrat Willems liegt auf dem Weg von Flur eins zu Flur drei und zeigt in der Mitte der dreiteiligen Wandgrabstätte ein Reliefporträt des Verstorbenen. Die Grabstätte Tillmann auf Flur sechs präsentiert ein ganz außergewöhnliches Tympanon, und die Grabstätte Gertrud Ostermann in Flur dreiunddreißig fällt durch eine Marmorstele mit einer Rosen spendenden Frau auf. Bemerkenswert ist hier aber auch der Spruch eines liebenden Sohnes in Kölner Mundart an diesem Grab: „Wie glöcklich sin die, die ehr Mutter noch han, der mer alles verzälle un die eine berode kann“. (Wörtliches Zitat)

Zudem ist Köln eine alte Stadt mit einer langen Geschichte, sodass seine Friedhöfe kunstvolle Grabsteine, Gedenksteine, Mosaiken, Skulpturen und Figuren und alte Familiengrabstätten, die mit aller Sorgfalt gestaltet wurden, zeigen. Dies sind wertvolle geschichtliche und künstlerische Zeugnisse.
Friedhöfe sind die Stätten, an denen wir unsere verstorbenen Angehörigen zur letzten Ruhe betten,
Stätten des Abschieds, der Trauer und der Stille. Orte, die Besinnung möglich machen und uns mit unserer Endlichkeit und letztlich auch Einsamkeit konfrontieren.
Aber sie sind ebenso Orte der Erinnerung und des Trostes. Dies wird nicht nur in der Gestaltung der Parkanlagen, sondern auch in den künstlerischen Werken deutlich.
Und die alten Bäume sorgen zusammen mit einer reichen Pflanzenwelt für eine Atmosphäre der Geborgenheit und bringen uns die Ewigkeit nahe.


Historische Zeugnisse und Zeitzeugnisse auf Kölns Friedhöfen

Einer der ältesten Friedhöfe Kölns ist der katholische Friedhof Köln Mühlheim.
Die Mauritiuskapelle entstand schon im 13. Jahrhundert. Die älteste erhaltene Grabstätte datiert auf 1841.
Der älteste evangelische Friedhof Kölns, der Geusenfriedhof, befindet sich seit 1584 in Lindenthal.
Ebenso ist Bocklemünd einer der älteren Friedhöfe.
Der Bocklemünder Friedhof wurde im Jahr 1837 angelegt und mehrfach erweitert. Das Hochkreuz des Friedhofs, ein 1768 errichtetes Wegkreuz, ist mittig erreichbar. Auf dem Friedhof finden sich ebenso andere Kreuze aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert. Die ältesten erhaltenen Grabstätten finden sich in Flur eins. Einige Grabstellen fallen durch ihre Kreuze, durch Bodenplatten und Stelen oder kunstvolle Reliefs auf und geben Zeugnis von der symbolträchtigen
Grabkunst ihrer Zeit. Bockelmünd ist fast 19.000 m² groß und hat 1320 Grabstätten.
Der Ostfriedhof mit ungefähr 580.000 m² und fast 19.000 Grabstellen ist ein Friedhof der neueren Zeit, eingeweiht 1948. Auf diesem Friedhof findet sich neben Grabstätten von bekannten Persönlichkeiten, wie dem Boxer Jupp, der 1958 an den Folgen seines letzten Kampfes starb, auch eine Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter, die in dem sich zwischen 1943 bis 1945 dort befindlichen Lager starben, das an der Stelle lag, an der heute das Denkmal errichtet ist.
Der Westfriedhof, der mit zu den größten Friedhöfen von Köln gehört und 1917 eingeweiht wurde, weist ein Feld für Kriegsgräber auf.

Naturschutz auf Kölns Friedhöfen

Ein weiterer Aspekt, der sich gerade in Köln findet, ist der Naturschutz. Oft siedeln sich gerade auf Friedhöfen Tiere an, die sonst vom Aussterben bedroht wären, und die Vielfalt von Pflanzen und Gewächsen ist groß. Es finden sich hier unter anderem Eichhörnchen und Füchse, Igel und Maulwürfe sowie Marder, Mäuse und Katzen zwischen den Grabanlagen, während in den reichen Baumbeständen zahlreiche Vogelarten ein zu Hause haben oder überwintern. Dafür ist der Melatenfriedhof, der weiter unten noch ausführlicher beschrieben wird, ein gutes Beispiel.

Ebenso trifft es auch auf die anderen großen, zentralen Friedhöfe, den Nord-, Ost-, West- und Südfriedhof, zu.


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