Karlsruhe Friedhof

Die Friedhöfe der Stadt Karlsruhe

Jede Stadt hat ihren Gründungmythos, auch Karlsruhe hat einen. Er beruht auf der angeblichen Begebenheit, dass der Markgraf Karl-Wilhelm von Baden-Durlach bei einem Jagdausflug sich unter einem Baum niederließ und einschlief. Als er wieder erwachte, nahm er die Sonnenstrahlen wahr, die sich durch das Blätterdach brachen. Sie bildeten von seinem Standpunkt aus einen Fächer, der strahlenförmig nach außen aufgeklappt war. Dies nahm der Markgraf zum Anlass eine Modellstadt zu planen, die auf eben diesem Fächerprinzip beruht. Ob diese Legende nun im Laufe der Zeit nur zur Verklärung gesponnen wurde, mag dahingestellt sein. Tatsache ist allerdings, dass die Stadt am Reißbrett entworfen wurde und am 17.Juni 1715 gebaut wurde. An der Stelle an der der Markgraf sich zu schlafen niedergelassen hatte, wurde das neue Schloss erbaut. Von diesem spreizen sich die Straßen der Stadt, den Sonnenstrahlen gleich, ab. Der wahre Hintergrund ohne jedwede Verklärung zur Gründung dieser Stadt war aber wohl der Drang des Markgrafen, eine repräsentative Stadt zu verwirklichen, die im Sinne der Aufklärung, die persönlichen und politischen Rechte der Untertanen garantieren sollte.

Kommen wir aber zurück zu dem Gründungsmythos der Stadt, der ja im Traum bzw. den Schlaf seinen Anfang genommen haben soll. Mit dem Schlaf an sich ist seit der griechischen Antike auch sein großer Bruder verbunden: der Tod. Menschen gedenken in vielerlei Formen an ihre verstorbenen Bekannten und Verwandten. In Europa hat sich daher der Friedhof als Erinnerungsstätte etabliert. Schon mit der Gründung der Stadt wurden ab 1718 sehr rasch erste Friedhöfe für die mehrheitlich protestantischen Bewohner und der Familie der Markgrafen angelegt. Zeitgleich folgten dann die ersten für die katholischen und 1723 für die jüdische Gemeinde. Eben hier liegt nicht nur die hohe Dichte an Friedhöfen in Karlsruhe, es sind immerhin heute 24 Stück mit den Außengemeinden, sondern auch die Bandbreite der da zugehörigen Gottesbekenntnisse. Hier seien im Kurzen drei von ihnen und ihrer Historie vorgestellt.

Geschichte zu den Friedhöfen

Das Dorf Beiertheim und der dazugehörige Friedhof sind Teil der ursprünglich katholischen Teile der Markgrafschaft Baden. Sie kamen aber mit dem Erlöschen der Linie Baden-Baden zur protestantischen Residenzstadt Karlsruhe. Die Gemeinde besaß erst ab dem 16. Jahrhundert einen eigenen Friedhof. Dieser ist allerdings heute nicht mehr sichtbar. Auf seinem Areal stehen heute die Turnhalle und eine Grund- und Hauptschule. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung wurde das Gebiet des Friedhofes 1846 an jenes Gebiet an der Hohenzollernstraße neu angelegt. Der Friedhof ist heute, obwohl eine Erweiterung in den 1970er durchgeführt wurde, einer der kleinsten in Karlsruhe. 2003 wurde seine Kapelle modernisiert. Zudem besitzt er heute noch ein altes Wegkreuz, das den Besucher auf die ehemalige Zugehörigkeit zum katholischen Landesteil verweist.
Der Friedhof Durlach ist einer der letzten mittelalterlichen Friedhöfe der Stadt. Ausgrabungen im Jahre 1991 legen wohl nahe, dass er nicht ummauert zwischen Stadtkirche und Markplatz lag. Im Zuge der Umsiedlung des Hauses Baden 1565 von Pforzheim nach Durlach wurde er wohl deshalb außerhalb der Stadt angelegt, um der Seuchengefahr vorzubeugen. Der Friedhof wurde das erste Mal nachweisbar 1577 in einer Urkunde erwähnt. Seitdem wurde er bis 1900 als Begräbnisstätte gebraucht. Anschließend wurde er in den 1950er Jahren zu einer Park- und Spielplatzfläche umfunktioniert. Gleichwohl stehen heute noch Begräbnissteine zum Gedenken an die Weltkriegstoten.
Der Friedhof Grünwinckel im heutigen Stadtteils Grünwinkel ist ähnlich alt wie die Residenzstadt selber. Ursprünglich wurden hier auf gräflichem Geheiß eine Arbeiterkolonie angelegt. Der Friedhof selber scheint bis 1759 keine eigene Kapelle besessen zu haben. Jedenfalls ist bis dahin nur ein einfacher Holzbau belegt. Sie wurde 1956 so wie viele andere Kapellen modernisiert. 1992 erfolgten nochmals ein Umbau und eine komplette Renovierung umgebaut und renoviert. An ihrer Außenwand befinden sind Gedenktafeln von lokalen Größen.


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