Warum kostet eine Diamantbestattung soviel?

Die Herstellung eines Diamanten aus der Asche, eines Verstorbenen ist aufwendig und energieintensiv. Nach der Feuerbestattung bleibt kein Kohlenstoff übrig, um das Ausgangsmaterial für einen Diamanten zu haben, deshalb werden die eigentlichen Entstehungsbedingungen von Diamantkristallen nachgebildet und externer Kohlenstoff zugefügt. Der Prozess dauert insgesamt mehrere Wochen, dadurch entstehen die hohen Kosten der Diamantbestattung . Der dann entstandene Rohdiamant weist eine Größe von 0,4 bis 1 Karat auf. Die „Bestattungsdiamanten“ schimmern bläulich oder andersfarbig, da kleinste Einschlüsse vorhanden sind. Da jeder Mensch einzigartig ist und auch einzigartig gelebt hat, ist die Chemische Zusammensetzung  der Asche unterschiedlich. Deshalb wird jeder Diamant zu einem Unikat. 

Bei der Bearbeitung des Steins sind folgende Arbeitsgänge zu unterscheiden: Voruntersuchung, Sägen oder Spalten, Schleifen, Reiben und Polieren. Bevor mit dem eigentlichen Bearbeitung eines Schmucksteins begonnen wird, muss der Schleifer das Innenleben des Rohstücks studieren, er muss die Struktur des Kristalls kennenlernen und Einschlüsse beurteilen. Das geschieht unter der Lupe und kann mehrere Wochen dauern. Diamanten mit matter Oberfläche werden angeschliffen, damit man in das Innere des Diamanten blicken kann.

Muss der Kristall in mehrere Fragmente geteilt werden, so kann man ihn mit einem Messer und leichten Schlägen darauf spalten. Durch innere Spannungen und verdeckte Risse im Rohdiamant können dabei den Verlust des kompletten Diamanten verursachen, deshalb ist man dazu übergegangen Kristalle zu sägen bzw. mit Lasern zu schneiden. Um einen Einkaräter von 6-7mm Durchmesser zu zersägen braucht man etwa 5-8 Stunden, wodurch weiter Kosten für die Diamantbestattung entstehen. Beim nächsten Arbeitsgang, dem Reiben, Rundieren oder Grauen, erhält der Stein seine Rohform mit Ober- und Unterteil. Dabei werden zwei Diamanten – einer in eine kleine Drehbank eingespannt, der andere auf einem Kittstock von Hand geführt – so gegeneinander gerieben, dass sich die Steinkanten entsprechend der doppelkonischen Brillantform runden.

Die Technik des Schleifens erfordert sehr viel Erfahrung. Auf einer horizontal laufenden, mit Diamantpulver und Öl bestrichenen, etwa 30 cm großen Stahlscheibe werden die Facetten des Diamanten, der in einer Greifzange eingespannt ist, bei 2000 – 3000 Umdrehungen pro Minute geschliffen. Die Anlage aller Facettenflächen und die Stellung eines jeden Winkels wird von erfahrenen Schleifern ohne aufwendige Instrumente, nur mit Auge und Lupe kontrolliert. Der Materialverlust beim Schleifen von Diamanten ist groß und kann sogar 65 % vom Ursprung ausmachen.

Schliffarten und Schliffformen von Diamant

Wenn wir vom optischen Eindruck der geschliffenen Edelsteine ausgehen, können wir drei Haupttypen des Schliffs, Schliffarten genannt, erkennen, nämlich den Facettenschliff, den Glattschliff und den Gemischten Schliff.

Facettenschliff

Der Facettenschliff erhält seinen Charakter von einer Vielzahl kleiner Flächen, von den Facetten. Er wird vornehmlich bei durchsichtigen Edel- und Schmucksteinen angewendet.  Die meisten Facettenschliffe lassen sich auf zwei Grundtypen zurückführen, auf den Brillantschliff mit rundem Grundriss und auf den Treppenschliff mit eckiger Form.

Glattschliff

Der Glattschliff kann plan (eben),  gewölbt oder als Kugel ausgeführt werden. Keine Facetten unterbrechen die gleichmäßige Steinfläche. Der Glattschliff dient vorzugsweise zum Schleifen von Achat und anderen undurchsichtigen Edel- und Schmucksteinen.

Gemischter Schliff

Der Gemischte Schliff ist eine Mixtur aus Facetten- und Glattschliff. Auf dem oberen (oder unteren) Teil trägt der Diamant Facetten, auf dem anderen ist er glatt, rundlich oder eben. Gelegentlich gibt es Schliffformen, bei denen auf derselben Steinhälfte der Schliff gemischt ist.

Schliffformen

Von den Grundtypen der Edelsteinschliffe,  den Schliffarten, gibt es eine Fülle abgeleiteter Formen, die Schliffformen. Diese können gemäß den klassischen Maßen rund, oval, kegelartig, quadratisch, rechteckig, dreieckig und vieleckig sein. Dazu gibt es eine Vielzahl nachgeahmter Formen irgendwelcher Vorbilder, wie Olive, Birnenkern, Schiffchen, Herz, Trapez oder Tonne. Die Zahl weiterer, reiner Phantasieformen ist kaum zu überblicken. Sie wird laufend ergänzt. Die neuen Formen werden zunehmend von Designern geprägt.

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